Hauterkrankungen

Kinderhaut ist besonders zart und empfindlich. Jucken, Brennen oder Schmerzen stören meist nicht nur auf körperlicher Ebene, sondern können auch die seelische Befindlichkeit des Kindes beeinträchtigen. Ist die Haut durch Sonnenbrand, Insektenstiche, Schürfwunden und Verbrennungen verletzt, dann ist - neben der Schmerzlinderung - das rasche Ausheilen der entstandenen Wunden wichtig, um die Schutzfunktion der Haut wiederherzustellen und das Eintreten von Keimen in die verletzten Hautstellen zu verhindern.

 

Sonnenbrand und Insektenstiche

Bei Kindern kann es wesentlich schneller zu Sonnenbrand kommen als bei Erwachsenen. Kindliche Haut hat noch keinen ausreichenden Eigenschutz vor UVA- und UVB-Straheln. Insbesondere kleine Kinder sollten aus diesem Grund direkter Sonneneinstrahlung möglichst gar nicht ausgesetzt bzw. durch geeignete Kleidung geschützt werden.  Mücken, Bremsen, Wespen, Bienen - wenn sie zustechen, gelangen entzündliche Giftstoffe in das Hautgewebe.

Wann zum Arzt bei Sonnenbrand?

  • Bei starkem Sonnenbrand mit Blasenbildung (Verbrennungsgrad II).
  • Wenn Übelkeit, Kreislaufbeschwerden, Schüttelfrost, Fieber oder Bewusstseinstrübung hinzukommen (Verdacht auf Sonnenstich)

Wann zum Arzt bei Insektenstichen?

  • Wenn eine allergische Reaktion eintritt, muss sofort ein Notarzt gerufen werden. (Mögliche Anzeichen hierfür sind: Atemnot, Juckreiz und Schwellungen am ganzen Körper. Es besteht die Gefahr einer lebensbedrohlichen allergischen Schockreaktion.)
  • Bei Insektenstichen im Mund- oder Rachenraum - hier kann es zu Schwellungen kommen, die die Atmung behindern könnten.
  • Bei Insektenstichen am Augenlid - durch das Anschwellen könnte das Augenlid verletzt werden.
  • Wenn ein Insektenstich nicht abheilt und sich entzündet hat.

Verbrennungen und Verbrühungen

Die meisten Brandverletzungen passieren im Haushalt. Sie sind die häufigste Unfallart im Kindesalter. Wasserkocher, Herd, Ofen und Bügeleisen zählen zu den potentiellen Gefahrenquellen für die Kleinen. Kommt man mit trockener Hitze in Berührung, spricht man von Verbrennungen, bei Dämpfen oder Flüssigkeiten von Verbrühungen. Das AUsmaß einer Verbrennung wird nicht nur am Grad, sondern auch an der Ausdehnung (bezogen auf die Körperoberfläche) gemessen. Um eine Hautschädigung zu vermeiden, ist rasche Hilfe nötig: Zum einen muss das Entzündungsgeschehen begrenzt und der Schmerz gelindert werden; zum anderen sollte in der Folge zerstörtes Gewebe abgestoßen und die Neubildung der Haut angeregt werden.

Wann zum Arzt bei Verbrennungen und Verbrühungen?

  • Wenn Säuglinge Brandwunden erlitten haben.
  • Bei Verbrennungen im Gesicht.
  • Wenn Kleidung mit der Wunde verklebt ist (operative Entfernung).
  • Bei Verbrennungen ab Grad II.
  • Wenn sich die Verbrennung über mehr als 5% der Körperoberfläche ausdehnen (eine Kinderhand entspricht etwa 1% der Körperoberfläche, ein Kinderarm etwa 9%).
  • Bei Anzeichen einer Infektion.

Bei Verbrennungen werden vier Grade unterschieden:

  1. Die Haut ist gerötet, geschwollen und schmerzt. Nach der Abheilung bleiben keine Narben zurück (Grad I)
  2. Die Oberhaut löst sich in Blasen ab. Es bleiben keine Narben zurück (Grad II).
  3. Teilzerstörung auch tieferer Hautschichten, Abheilung mit Narbenbildung (Grad III).
  4. Verkohlung, Hauttransplantation nötig (Grad IV).

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Verbrennungen

  • Bei kleineren Verbrennungen mit Leitungswasser kühlen, bis sich der Schmerz bessert. Dies lindert nicht nur den Schmerz, sondern reduziert auch die Bildung von Brandblasen. Duschen Sie jedoch nicht sofort den ganzen Körper kühl ab - der Temperaturreiz könnte einen Kälteschock auslösen.
  • Bei Verbrennungen an den Armen: Armreif, Uhr oder Ringe abnehmen, bevor ein Anschwellen dies verhindert.
  • Niemals Salben, Cremes oder sonstige Substanzen unmittelbar nach der Verbrennung auf die verbrannte Haut auftragen; immer zuerst kühlen.
  • Kleidung vorsichtig lösen. Falls mit der Brandwunde verklebt: Kleidung nicht selbst entfernen.

 

Offene Wunden

Bei einer Hautverletzung hilft sich der Organismus erst einmal selbst. An der verletzten Hautpartie bildet sich Schorf, der die Wunde schützend abdeckt und vor Entzündungen und Infektionen bewahrt. Erhöhter Stoffwechsel fördert den Aufbau von neuem Hautgewebe.

Wann zum Arzt bei offenen Wunden?

  • Bei strak blutender oder stark verschmutzter Wunde.
  • Bei Bissverletzungen, Verätzungen oder Stromunfällen.
  • Bei Kopf- und Augenverletzungen.
  • Bei Komplikationen wie starker Vereiterung.
  • Wenn kein ausreichender Tetanusimpfschutz besteht.
  • Bei tief gehenden Verletzungen oder tief eingedrungener Fremdkörper (diesen nicht selbst entfernen).

Erstversorgung offener Wunden:

  • Verschmutzte Wunde sofort gründlich reinigen, um Entzündungen vorzubeugen.
  • Großflächige Hautverletzungen anschließend mit einer sterilen Wundauflage abdecken und diese mit einer Mullbinde befestigen.
  • Zum Reinigen und Verbinden ausschließlich fusselfreies Material verwenden, z.B. Verbandmull, Mullkompressen oder notfalls ein sauberes Stofftaschentuch.
  • Schürfwunden nach der Reinigung möglichst an der Luft trocknen lassen, bis die Schorfbildung einsetzt.
  • Keine Salbe auf frische Wunden geben.
  • Beim Verbinden von Schnitt- und Platzwunden darauf achten, dass die Wundränder möglichst dicht beieinanderliegen.
  • Bei starken Blutungen Druckverband anlegen, z.B. mithilfe einer kompakten, nicht ausgerollten Mullbinde.

 

Wundsein im Windelbereich

Babyhaut ist etwas fünfmal dünner als Erwachsenenhaut und hat anfänglich noch keine ausreichende Hornschicht, die vor äußeren Einflüssen schützt. Häufiges Windelwechseln, Trockenhalten und eine sorgfältige Pflege des Windelbereiches beugen dem Wundsein des zarten Kinderpopos vor. Dennoch kommt es hin und wieder zu Rötungen und Entzündungen, manchmal sogar zu kleinen offenen Hautstellen. Denn Wärme in Kombination mit Feuchtigkeit im Windelbereich kann zarte Babyhaut leicht reizen, das Wachstum von Keimen und das Entstehen von Hautentzündungen begünstigen. Auch scharfe Stuhlgänge (z.B. nach Obstgenuss oder bei Durchfallerkrankungen) können empfindliche Babyhaut irritieren.

Wann zum Arzt bei Wundsein im Windelbereich?

  • Wenn sich das Wundsein am Po trotz geeigneter Maßnahmen nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen bessert.
  • Wenn Sie zusätzlich im Mund weiße Flecken sehen. In diesem Fall ist möglicherweise Soor der Grund für den Windelausschlag.

 

Neurodermitis und Ekzeme

In westlichen Industrienationen gewinnt Neurodermitis zunehmend an Bedeutung: Fast jedes 10. Kind zwischen drei und elf Jahren ist derzeit betroffen. Die Ursachen für diese chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die auf einer allergischen Reaktion basiert, sind sehr vielschichtig: Faktoren wie Ernährung und Verdauung, Reizstoffe aus der nahen Umwelt, genetische Disposition, der Zusatnd des Immunsystems und vieles andere spielen eine Rolle.   Die Haut als Spiegel der Seele: Die Veranlagung zu allergischen Hauterkrankungenkann auch darauf hindeuten, dass betroffene Kinder auf seelischer Ebene zu offen für Umweltreize sind und sich diesen gegenüber nicht gut abgrenzen können. Auf physischer Ebene weisen die freien Nervenenden, die bis in die oberen Hautschichten hineinragen, dann oft eine erhöhte Empfindlichkeit und Reizbarkeit auf.  Beginnen Kinder, sich häufig an der Haut zu kratzen, kann dies ein erstes Anzeichen für Neurodermitis sein. Ebenso kann eine trockene, raue Haut ein erster Hinweis sein. Die juckenden Hautveränderungen entstehen in der Regel zunächst im Kopfbereich und mit zunehmendem Alter in den Gelenkbeugen von Armen und Beinen. In den ersten drei Lebensjahren nässen die Ekzeme meist stark, soäter sind sie eher trocken und schuppig.

Wann zum Arzt bei Neurodermitis und Ekzemen?

  • Wenn sich Kinder blutig gekratzt haben - es besteht die Gefahr einer bakteriellen Infektion.
  • Hinter Ekzemen können sich verschiedene Erkrankungen verbergen. Suchen Sie für eine gesicherte Diagnose in jedem Fall einen Arzt auf.

Ernährung bei Neurodermitis

Um den Gesundungsprozess möglichst gut zu unterstützen, ist eine ausgewogene, vollwertige Ernährung wichtig. Vermeiden Sie möglichst industriell gefertigte Nahrungsmittel, die künstliche Zusätze wie Konservierungs- oder Farbstoffe enthalten. Häufig sind für Neurodermitiker auch Produkte aus Milch, Eiern und Weizenmehl nicht gut verträglich. Ein sehr eingeschränkter Speiseplan kann jedoch die Lebensqualität beeinträchtigen und bei stark einseitiger Ernährung auch zu einer gesundheitsgefährdenden Mangelernährung führen. Versuchen Sie daher zunächst zu beobachten, ob tatsächlich ein zusammenhang zwischen dem jeweiligen Nahrungsmittel und einer möglichen Verschlechterung der Krankheit besteht, bevor Sie es - womöglich unnötig - vom Speiseplan streichen. Besprechen Sie Ihre Vermutung auch mit Ihrem Arzt.

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