Auswahl des passenden Mittels

Die Entscheidung, in der Regel nur ein Einzelmittel im Krankheitsfall zu verabreichen, ist die therapeutische Empfehlung und Erfahrung Hahnemanns. Dazu ist es erforderlich, möglichst alle Symptome des Kranken und seiner Erkrankung sowie die sogenannten Modalitäten (die genaue Charakteristik von Symptomen wie z. B. Kopfschmerz zwischen 14 und 16 Uhr; stärkste Beschwerden im Liegen; Besserung bei Bewegung in frischer Luft) präzise zu notieren und möglichst den "Steckbrief" eines Arzneimittels zu finden, das genau diese Symptome bei Gesunden hervorruft. Der nächste Schritt der Arzneimittelfindung besteht in der Wahl der passenden Potenz des Heilmittels und der Dosierung. Hierüber entscheidet der Therapeut aus seiner Erfahrung und Einschätzung, wie der Patient auf die Arznei reagiert.

Zusammenfassend gesagt, erhält in der klassischen Homöopathie der Kranke ein für ihn "maßgeschneidertes" Heilmittel. Das Auffinden des richtigen Einzelmittels, lateinisch auch "Simile" genannt, bedarf jahrelanger Erfahrung und sehr viel Zeit. Dieses Verfahren ist für die Selbstmedikation weniger geeignet. Mit einem Einzelmittel kann eine ganzheitliche Therapie erfolgen, denn sein Arzneimittelbild umfaßt zahlreiche, teilweise völlig unterschiedliche Symptome organischer, psychischer oder funktioneller Erkrankungen. Aufgrund dieser Vielfalt findet sich auf dem Etikett und Gebrauchsinformation homöopathischer Einzelmittel in der Regel keine Angabe von Anwendungsgebieten.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen